19.06.2014

Album Review | DEADLOCK - The Arsonist

(c) Napalm Records
Veröffentlichung: 26. Juli 2013
Genre: Melodic Death Metal

Eigentlich ist es auch mal ganz nett, Melodic Death Metal außerhalb von Skandinavien zu hören. Und da merkt man auch sofort, dass es Unterschiede gibt. Vor allem in den 2010ern, wo die Stile des Melodic Death nicht unterschiedlicher sein könnten. Bei Deadlock liegt ein Modern Metal-Fall vor, und was das angeht, habe ich von Anfang an meine Anforderungen.

Zum Einen müssen sich die elektronischen Elemente mit den Riffs vertragen. Und weil es in diesem Subgenre meistens nicht allzu viel musikalische Hürden zu überwinden gibt, zwei Stile zu kombinieren, ist dann doch die einzige, greifen die meisten zu Eingängigkeit, und dann soll es mich bitte auch ganz nach dem Chart-Modell packen und im Kopf bleiben und wenn man keinen guten Gitarristen hat, dann bitte auch keinen langweiligen Sänger anstellen, sonst hat man einfach gar nichts richtig gemacht in meinen Ohren.
So schwer ist das nun auch wieder nicht, eine gute Platte zu schreiben ... ich rede nicht von ausgezeichneten Alben. Einfach hörenswerte Werke. Muss ja nicht perfekt sein.

Leider habe ich ein schlechtes Gefühl bei Deadlock. Growls sind akzeptabel, aber begeistern tun sie nicht wirklich. Dass Leadsängerin Sabine Scherer laut ein paar Websites eine noch unentdeckte Perle des Metal sein soll, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen,vor allem, weil Deadlock schon seit einiger Zeit Musik machen. Letztendlich klingt sie immer gleich. Da ist ja sogar die ehemalige Tante von Flyleaf besser, die braucht zumindest nicht so viel Stimmbearbeitung, um durchschnittlich zu klingen. Gleich beim ersten Track hört man beim Gesang, wie viel da herumbearbeitet wurde, es rauscht regelrecht. Und wenn es nicht rauscht, hört man ganz klar heraus, wie viel Backgroundgesang aufgenommen wurde. Versucht eingängig, Ergebnis: Spätestens beim titelgebenden Track "The Arsonist" geht mir die Frau auf den Geist mit ihrem Chartgeschrei. Am meisten regt mich aber das Paradise Lost-Cover auf, warum tun Deadlock das? Paradise Lost sollte man bitte nicht covern. Vor allem nicht mit der Stimme, also bitte ...
Ich bin der Meinung, dass dieses "Beauty and the beast"-Konzept nur dann läuft, wenn das Biest auch böse ist, denn in diesem Fall ist das Biest eher lächerlich, und der Wechsel zur Schönen überraschend, aber flüssig klingt. Entweder so, oder beide geben Gas. (Siehe Amaranthe, aber da sind sie drei.) Bei Deadlock passiert beides nicht, ist sozusagen eine Mischung daraus, oder gar nichts davon, das ist Ansichtssache. Also weg damit.

Was das Instrumentale angeht, ist alles schlicht und einfach langweilig. Das Album drescht los und hört auch so auf. Aber es gibt auch gelungene Songs, mit herunter gestimmten Gitarren, packenden Keys und eben den Dingen, die ich erwarte. Zwei Songs davon sind zum Beispiel "As We Come Undone" oder "The Final Storm".
Insgesamt aber ist das kein guter Mix aus Elektro, Pop und Metal, weil keiner von den Stilen so richtig bis zum Ende ausgearbeitet wurde. Auf dem letzten Track dann noch ein bisschen Dance dazu und alles fällt pünktlich zum Ende auseinander ...

An sich können Deadlock es schon. Vielleicht würde ihnen ein leichter Stil-Wechsel gut tun. Und ein Produzenten-Wechsel, weil das hier einfach nicht den heutigen Standards entspricht. Und einen guten Texter bräuchten sie auch. Das ist eben das deutscher Metal-Syndrom: schlechte Texte. Die anderen kriegen das doch alle hin, unsere niederländischen Nachbarn Epica und Textures machen es doch vor.
Es ist hart, aber Deadlock sind einfach überflüssig, wenn sie solche Alben herausbringen.

Wertung: 3/10
Highlights: As We Come Undone, The Final Storm

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