26.10.2014

SOUNDCHECK #3: Periphery, Winds Of Plague und Animals As Leaders

Ein bisschen Musik muss sein ... und nicht nur ein bisschen. Diese Woche habe ich noch in einige Alben reingehört außer den folgenden, aber bis zum Ende habe ich es nur bei diesen drei geschafft. Cain's Offering's "Gather The Faithful" wollte ich ja gerne bis zum Ende hören, aber irgendwann konnte ich mir diesen Gesang nicht mehr antun. Wirklich, bleibt mir mit Timo Kotipelto, seinem nervtötenden Gesang und seiner komischen Aussprache weg. Ich verkneife es mir außerdem, etwas zu Trivium zu schreiben. Freut euch also auf eine Ladung Djent und ein bisschen untypisches Deathcore.



PERIPHERY - Periphery II
2012
Progressive Metal/Djent

Ich komischer Mensch dachte tatsächlich eine relativ lange Zeit lang, dass Periphery ja so überbewertet wären. Und da wurde mir wieder bewiesen, dass ich verdammt viel dazulernen kann. So. Nachdem ich mich mal endlich näher mit dieser Band befasst habe, muss ich zugeben, dass sie verdammt gut ist. Periphery spielen Progressive Metal auf verdammt hohem Niveau, haben einen verdammt guten Sänger, der sowohl clean und aggressiv singt, screamt und growlt und noch dazu verdammt schöne Gesangslinien schreiben kann, und noch dazu haben sie mich verdammt nochmal gepackt. Wie schon erwähnt war der Gesang klar ausschlaggebend, aber natürlich auch die intelligent arrangierten, progressiven Songs, die mit klassischem Prog wohl eher weniger zu tun haben als mit Djent und Math Metal. Mit elektronischen und jazzigen Elementen wird das Album und der Stil der Band komplett. Nachdem ich meine Liebe für Modern Progressive doch über Monate hinweg entwickeln musste, ist sie jetzt stärker denn je - Periphery tragen mit diesem Album durchaus dazu bei.
Fazit: Wer mal eine richtig anspruchsvolle und harmonisch-chaotische Stunde Progressive Metal hören will, der lege "Periphery II" ein. Jetzt sofort.
Wertung: 9/10

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WINDS OF PLAGUE - Resistance
2013
Deathcore

Es ist mittlerweile zunehmend schwieriger geworden, aus der unendlichen Masse an Deathcore-Bands die guten Acts herauszusuchen. "Gut" ist in diesem Fall wieder sehr subjektiv. Es soll ja Menschen geben, die feiern alles, was Deathcore als Label aufgestempelt bekommen hat, oder ganz ganz viel emotionalen Shit mit bestimmten Deathcore-Bands verbinden. Ich spiele auf Suicide Silence an ... Oder so anderen Mist. Ihr seht schon, ich hab da so meine Probleme mit klassischem Deathcore in dem Sinne. Wird mir teilweise auch zu viel geschimpft, aber gut, das ist ein anderes Thema.
Ich mag eine Deathcore-Band genau dann, wenn sie aus der Reihe tanzt. All Shall Perish ist zum Beispiel eine Band, die ich vor allem, seit sie Francesco Artusato an der Gitarre haben, für sehr anspruchsvoll halte. Sie machen sehr gelungene und erwachsene Musik, und "This Is Where It Ends" ist tatsächlich eins meiner Allzeit-Favoriten (Liste hier).
Winds Of Plague sind ein weiterer Beweis, was man alles an musikalischen Elementen miteinander verbinden kann. Die Amerikaner spielen Deathcore mit symphonischen Einflüssen und wunderbaren Gitarren-Soli. Der Gesang ist stark von Hardcore geprägt und bewegt sich im tieferen Bereich (kein hysterisches Geschrei, juhu!). Highlights des letzten Albums sind "United Through Hatred" oder "Sewer Mouth".
Fazit: "Resistance" ist definitiv ein zufriedenstellendes Werk, das ich mir wohl öfter anhören werde.
Wertung: 7/10

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ANIMALS AS LEADERS - The Joy Of Motion
2014
Progressive Metal/Instrumental

Ganz ehrlich - ich bin kein Mensch, der sich stundenlang Instrumentalmusik anhört, genauso wenig bin ich ein Mensch, der absolut und zu jeder Stunde auf Djent abfährt. Ich habe da meine Phasen. Wenn allerdings alles, was in diesem Genre veröffentlicht wird, so gut wie Animals As Leaders klingen würde, sähe es schon ganz anders aus. Das Soloprojekt des Gitarristen Tosin Abasi hat es wirklich in sich - genauso wie der besagte Musiker wahrhaftig ein Gitarrenkünstler ist - anders kann man es nicht ausrücken. Anders als sein Kollege Francesco Artusato (über den und dessen Neuveröffentlichung ich mich in einem Review  saftig und ohne Tabus auslassen werde) spielt er nicht ein Solo nach dem anderen, sondern weiß, wie atmosphärische und gleichzeitig progressive Instrumentalmusik kreiert wird. Soli werden ganz gezielt eingebaut und sind somit sehr wirkungsvoll. "The Joy Of Motion" ist ein explosives Werk, das reich an verschiedenen Einflüssen von Fusion oder Jazz bis Djent ist und kaum Wünsche nach Gesang übrig lässt. Die Art und Weise, wie Rhythmik, Melodien und Riffs miteinander verschmelzen, ist wirklich erstaunlich.
Fazit: "The Joy Of Motion" ist sicherlich eins der besten Instrumentalalben des Jahres. Wer nicht unbedingt Gesang braucht, um ein Album als vollkommen anzusehen, der greife doch bitte zu diesem Album.
Wertung: 9/10

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