10.01.2015

Progressive Klangwelten #1: Entstehung und Anfänge der progressiven Musik

Die Band Pink Floyd
Über die Jahre ist das Subgerne Progressive Rock/Metal zu einer der vielseitigsten Musikrichtungen geworden. Die Geschichte des Prog beginnt Ende der 60er und erstreckt sich bis heute, mit einer Vielzahl an Bands und genauso vielen verschiedenen Stilen und Einflüssen. Mittlerweile kann man als Prog-Band selbst die verrücktesten Musikrichtungen in die Musik einfließen lassen. Da stellt sich oft die Frage, was eine Musikgruppe überhaupt zu einer Progressive Rock/Metal Band macht.

Um diese Frage zu beantworten, begeben wir uns auf eine Reise zu den Anfängen des Genres. Dabei soll geklärt werden, welche Bands stilprägend waren und welche die Eigenschaften von Progressive Metal sind.

Schon die Musik von Bands der 70er Jahre, die als Hard Rock oder Heavy Metal eingestuft sind, zeigt progressive Songstrukturen auf. Pink Floyd, ein Act, der bis heute großen Erfolg genießt, gehört nach seinem Stilwandel (vom Psychedelic Rock zum progressiven Rock mit Einflüssen aus dem Jazz und Blues) zu den ersten Prog-Bands.
Black Sabbath hatten einige komplexe Ansätze in ihrer Musik, wie auch Deep Purple durch intensive Live-Improvisationen und Riffs mit Wiedererkennungswert. Sogar Queen können ab einem gewissen Punkt als progressiv eingestuft werden. Ein gutes Beispiel ist "Bohemian Rhapsody", einer der abwechslungsreichsten Songs der damaligen Tage und ein noch besseres Beispiel für die Eigenschaften von Prog.

Das Cover des Albums "In The Court Of The Crimson King"
Bereits zum Ende der 60er Jahre wurden Bands gegründet, die zu den Pionieren des Genres zählen. Die Art Rock Band Genesis gehört mit ihren komplexen Songstrukturen und Arrangements und ihren theatralischen Shows zu den Vertretern des progressiven Rock der 1970er, wie auch Acts wie Yes, Rush oder King Crimson. Letztere sollten mit ihrem 1969 erschienen Album "In The Court Of The Crimson King" mit seinem Stil entscheidend das ganze Genre prägen.

King Crimsons Musik verfügt über ganz bestimmte Eigenschaften: Das scharfe Aufeinandertreffen von Konsonanz und Dissonanz zum Beispiel, ihr dynamisches Spektrum von leisen Songs, die an Kammermusik erinnern, bis zu heavy Passagen im Stile von Black Sabbath und ihre Experimentierfreudigkeit mit verschiedenen Klängen, Polyrhytmik und Polymetrik.

Damit wäre die Frage danach, was Progressive Metal im Grunde ausmacht, mit den Bands der 60er und 70er Jahre gut beantwortet. Polyrhythmik und Polymetrik sollen für nachfolgende Musikgruppen ein großer Bestandteil ihrer Musik werden. Ebenfalls die Überlänge der Songs aus den Anfangsjahren Genesis' soll stilprägend werden. Genauso wichtig wird Abwechslung - ausgedehnte Improvisationen, viel Dynamik- und Klangvielfalt. Über all dem steht natürlich die Freude am Experimentieren.

Bis heute spürt man den Einfluss der Pioniere des Genres. Die Genesis-Sänger Peter Gabriel und Phil Collins sollten viele aktuelle Prog-Sänger inspirieren und beeinflussen, Steve Hackett ist den meisten bis heute noch als Gitarrist ein Begriff, ebenso sind Bands wie Yes noch immer aktiv. King Crimson haben sich 2013 ebenfalls neu gegründet. Es sind zeitlose Acts, die den Anfang der progressiven Musik darstellen. Dieses Genre sollte bald völlig auf den Kopf gestellt werden - und das alles verdanken wir den Prog Rock Bands der 60er und 70er Jahre.

Quellen:
"The History Of Progressive Music" (metalstorm.net)
King Crimson- und Pink Floyd-Artikel bei Wikipedia