16.02.2014

Album Review | OMEGA LITHIUM - Dreams In Formaline

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Veröffentlichung: 18. September 2009
Genre: Gothic/Industrial Metal

Ich muss schon sagen, ich bin ziemlich beeindruckt. Omega Lithium sind eine relativ junge Band, die mich sofort nach einem Song für sich gewonnen hat. Dieses Album ist schon seit Monaten auf meiner Wunschliste. Was nun dahintersteckt und warum die kroatische Band hörenswert ist, werde ich im Folgenden erklären.
Mit nicht zu viel Tamtam und allzu komplexen Melodien schaffen Omega Lithium es, ein überdurchschnittlich gutes Album auf den Markt zu bringen.
Neben der hervorragenden Produktion überzeugt die Band durch eingängige Melodien, relativ tiefen Gesang (in dem Genre) der Sängerin Mya Mortensen, deren Stimme im Gegensatz zu manch anderen Damen im Metal wirklich mal entspannend auf mich wirkt, genauso durch gut eingesetzte Background-Vocals des Gitarristen Malice Rime, dessen stimmlichen Qualitäten fast auf dem gleichen Niveau der Leadsängerin sind. Die Gitarre darf hier ordentlich zu Elektro-Melodienlinien krachen. Die Drums unterstützen die Songs gut, ohne herumzunerven. Wenn mir nämlich die Drums nicht passen, dann ist es aus und vorbei mit der Band. Das ganze Album behandeln ein interessantes Thema, mit dem ich mich wohl in der nächsten Zeit mehr beschäftigen werde. Wer aber weiß, was Formalin ist, der wird schon aus dem Albumtitel schlau. Diese Stimmung, die aufgebaut wird, die sagt mir einfach ungemein zu.

Bis jetzt passt ja eigentlich alles. Punktabzug gibt es dafür, dass die Songs ziemlich ähnlich klingen. Außerdem ist die ganze Aufmachung schon sehr keyboardlastig. Auch kann die Sängerin nicht mit einer herausragenden Stimme überzeugen. Klar habe ich schon bessere gehört... aber für diese Band, für ihr Alter damals 2009 und das Genre reicht es. Und außerdem ist die Stimme an sich auch sehr angenehm.

Was mir hier so gut gefällt, ist diese Einzigartigkeit. Jede Band, die ihr eigenes Ding durchzieht und etwas Neues macht, hat anfangs Schwächen. Man denke an Nightwish, an Amaranthe. Die haben sich an niemanden orientiert, während sie Musik geschrieben haben. Und das gleiche Gefühl habe ich bei Omega Lithium. Sie krachen, sie haben Wiedererkennungswert, die Songs bleiben im Kopf hängen und zum Headbangen ist das auch etwas.

Wer Industrial mag, der höre rein. Denn die Band hat volle acht Punkte mit diesem Album verdient.

Wertung: 8/10
Highlights: Infest, Nebula, Hollow March