14.12.2014

Die besten Metal-Alben des Jahres 2014 #1: Plätze 25 bis 16

Heute, an diesem wunderbar grauen Tag, begrüße ich euch ganz herzlich zu dem ersten Teil der Living Music Blog-Top 25 Metal-Alben von 2014-Liste. Es hat seine Zeit gebraucht, um mich endlich zu entscheiden und bis ich wirklich zufrieden mit meiner Liste war. Zumindest der erste Teil dieser steht fest und nun werde ich meine Entscheidung zementieren.
Weil ich ganz bestimmt nicht alle Alben gehört habe, die laut den führenden Websites als die besten gelten, würde ich alle bitten, sich nicht beleidigt zu fühlen, wenn das eigene Lieblingsalbum nicht dabei ist.
Ich hoffe, dass ich für eine einzige Autorin trotzdem einen guten Mix an Subgenres und Stilen in diesen Listen darstellen kann, genauso wie bekannte als auch unbekannte Alben.

Ohne weitere Worte geht es jetzt zu den Plätzen 25 bis 16.


PLATZ 25: LINKIN PARK - The Hunting Party
Genre: Hard Rock/Nu Metal

Für eine Band, die in meinem kleinen Universum so gut wie tot war, haben Linkin Park ein ordentliches Comeback hingelegt, das sie wieder etwas härter und alternativer zeigt. Manche Songs auf "The Hunting Party" lassen einen sogar nostalgisch an die "Hybrid Theory"- oder "Meteora"-Zeit zurückdenken, das Album als ganzes kommt leider niemals an ihr Debüt heran. "The Hunting Party" ist kein perfektes Album, aber durchaus eins, das am Ende des Jahres erwähnt werden sollte. Wenn Linkin Park in die Richtung weitergehen werden, die sie dieses Jahr angedeutet haben, dann dürften alle Fans der frühen Linkin Park-Werke, mir eingeschlossen, gut bedient sein. (vollständiges Review hier lesen)


PLATZ 24: AMADEUS AWAD'S EON - The Book Of Gates
Genre: Progressive Metal

Amadeus Awad ist der erste Metal-Musiker aus dem Mittleren Osten, der in Europa, für die Verhältnisse der meisten aus diesem Erdteil stammenden Metalbands und -musiker, Erfolg und Bekanntheit genießt. Die prominenten Gastsänger auf dem Debüt seines Progressive Metal-Projekts unter dem Namen Amadeus Awad's Eon sind mir besonders ins Auge gestochen. Keine geringeren als Amanda Somerville (Trillium, Avantasia) und Russell Allen (Symphony X) sind auf "The Book Of Gates" zu hören, noch dazu machen sie ihren Job mehr als beachtlich. Amadeus Awad hat ein Album kreiert, das sowohl durch das Konzept als auch das Songwriting und die Umsetzung aus der Masse heraussticht - nicht unwahrscheinlich auch aufgrund des orientalischen Einschlags im Gesang und in den Melodien. (mein powerofmetal.dk-Review hier lesen)


PLATZ 23: ARCHITECTS - Lost Forever // Lost Together
Genre: Mathcore/Metalcore

Die Briten von Architects sind allem Anschein nach sehr beschäftigte Musiker. Seit 2006 haben sie bereits sechs Studioalben veröffentlicht. Ihr Stil greift von Mathcore bis Post-Hardcore. Dabei waren sie in den letzten acht Jahren mal aggressiver und mal eingängiger unterwegs. "Lost Forever // Lost Together" ist ihr sechstes und aktuellstes Werk, wobei sich ihr Sound mit diesem eingependelt hat - wuchtige Riffs und heavy Passagen wie cleaner Gesang sind zu hören. Rhythmisch hält das Album ebenfalls einiges her. Nichtsdestotrotz sind Architects nach wie vor krachend unterwegs - wie sie es schon immer waren. Und das steht ihnen auch verdammt gut.


PLATZ 22: DEVIN TOWNSEND PROJECT - 
Genre: Progressive Metal

Devin Townsend gilt als Mastermind unserer Tage, und tatsächlich hat der gute Mann einiges auf dem Kasten. Er kreiert ganze Konzeptalben und hat noch dazu eine sehr originelle Stimme. Das erste mal hörte ich von ihm durch den Song "Neurasthenia" von ReVamp, auf dem er als Gastsänger zu hören ist. "" heißt sein letztes, selbst veröffentlichtes Werk. Das Doppelalbum besteht aus den Teilen "Sky Blue" und "Dark Matters" - mehr genug Stoff zum Anhören also. Als Hauptsängerin neben Devin Townsend selbst ist Anneke van Giersbergen zu hören und dazu unzählige weitere Sänger, die eine bestimmte Rolle des Konzepts darstellen. In diesem Doppelalbum steckt eine Menge Wahnsinn, viel Arbeit von vielen Musikern und, nicht zu vergessen, verdammt viel Virtuosität.


PLATZ 21: MY NAME IS JANET - Big Unveiling In The Town Of Dead
Genre: Fusion/Prog Rock/Metal

Man kann sich nicht helfen, man muss einfach einmal blöd gucken, wenn man das zweite Werk der Schweden von My Name Is Janet zum ersten Mal anhört. Ich habe auch danach noch eine ganze Weile lang blöd vor mich hin geschaut. Nachdem das Gehirn dann endlich mit der Flut an Einflüssen und Genres, angefangen mit 80er Synthie Pop und Jazz bis zu psychedelischem Rock und klassischem Heavy Metal, fertig geworden ist und alles geordnet hat, merkt man, mit was für einer Leichtigkeit dieses Album geschrieben zu sein scheint. Es wurde anscheinend auch gar nicht auf einen bestimmten Stil geachtet - was mehr als offensichtlich ist. Durch "Big Unveiling In The Town Of Dead" zieht sich allerdings ganz klar ein roter Faden, gleichzeitig klingt das Album sehr atmosphärisch - ein originelles Werk, das mich sehr positiv überrascht hat. (mein Powerofmetal.dk-Review hier lesen)


PLATZ 20: ALLEGAEON - Elements Of The Infinite
Genre: Melodic Death Metal

In meiner gesamten Liste gibt es (grob gesehen) vier Melodic Death Metal-Alben und jedes davon unterscheidet sich von den restlichen drei erheblich. Eins davon ist "Elements Of The Infinite", ein Album, das weltweit gelobt und gepriesen wurde, und ich schließe mich den Kritikern zur Abwechslung ein. Stilistisch bewegen sich Allegaeon auf dem Terrain Melodic Death Metal auf Göteborg-Art, dem sie ihre eigene, technische Note verleihen. Allein kurze Hörproben im Musikladen haben schon ausgereicht, dass ich das Album gekauft habe. Als Ganzes ist das dritte Studioalbum der Amerikaner tiefgreifend und technisch anspruchsvoll, die Gitarrensoli sind noch dazu erste Sahne. Es ist außerdem absolut selten, dass ein Album keine Schwachstelle hat. "Elements Of The Infinite" kracht und scheppert, aber niemals zu viel oder zu wenig, und das so anspruchsvoll, wie es Melodic Death Metal nur erlaubt.


PLATZ 19: VANISHING POINT - Distant Is The Sun
Genre: Power Metal/Progressive Rock

Ganz leise und melodisch sind die Australier von Vanishing Point seit guten 20 Jahren unterwegs. Leise bedeutet diesmal zum Einen, dass sie nach wie vor im Untergrund geblieben sind und zum Anderen, weil ihre Musik wunderbar melodisch ist. In Anfangsjahren hätte ich sie noch als Prog Rock-Band bezeichnet, mittlerweile ist einiges an Power Metal zu hören. Ihr aktuelles Album "Distant Is The Sun" ist bis dato ihr härtestes Werk, wobei auch die symphonischen Elemente zugenommen haben und die Musik nicht mehr umrahmen, sondern definieren. Ein schöner Wandel der Band, der zeigt, dass Vanishing Point selbst nach relativ vielen Jahren noch immer bereit sind, sich weiterzuentwickeln. Wie schade, dass der große Erfolg dabei noch nicht eingetreten ist. (vollständiges Review hier lesen)


PLATZ 18: EVERGREY - Hymns For The Broken
Genre: Progressive Metal

Evergrey zeichnen sich durch ihren originellen Stil aus, den keiner so schnell nachmachen könnte. Auch ist Tom Englund einer dieser Sänger, die in ihren Stimmen ganze Welten tragen und zum Leben erwecken. Gekonnt zeigen sich die Schweden auf "Hymns For The Broken" von ihrer besten Seite und bündeln all ihre Stärken von ihren Anfangstagen bis heute. All diese Elemente verbinden sich wunderbar miteinander und ergeben ein sehr gelungenes und abwechslungsreiches musikalisches Werk, das in jedem Fall in Erinnerung bleibt und sich durch Vielschichtigkeit erst nach einigen Durchgängen optimal entfaltet. Demnach hat man relativ lange Zeit Spaß an "Hymns For The Broken".


PLATZ 17: WHILE HEAVEN WEPT - Suspended At Aphelion
Genre: Epic/Progressive Metal

Auch While Heaven Wept ist eine Band, die uns seit vielen Jahren gute Musik beschert. Da hat man natürlich gewisse Erwartungen und so ist "Suspended At Aphelion" das Produkt von Erfahrung und Inspiration. Es packt einen von der ersten Minute an und Klavier und Akustikgitarre sind sehr oft zu hören, wie auch härtere und metallischere Passagen. Der Gesang von Rain Irving ist voll und ergreifend und harmoniert perfekt mit der Musik. Alles in einem ist "Suspended At Aphelion" ein sehr schön herausgeputztes Album, das regelrecht himmlisch und gleichzeitig düster und episch klingt, dabei niemals langweilig wird und auch ganz lange Songs keine Lücken enthalten. Hut ab!


PLATZ 16: THE CONTORTIONIST - Language
Genre: Progressive Metal/Djent

The Contortionist sind einer meiner Hoffnungsträger für die Zukunft des Modern Progressive Metal. "Language" ist ihr drittes Werk, das sich klar von den vorherigen Alben unterscheidet. Nach einem Sänger- und Stilwechsel sind die Amerikaner aus Indiana stärker denn je. Als allererstes muss mal erwähnt werden, wie gut Sänger Mike Lessard seine Arbeit macht: Endlich mal ein Mann, der Ahnung von Harmonie, Stimmen Schichten und sinnvollem Backgroundgesang hat, noch dazu spürt man regelrecht, was er singt. Die Musik im Allgemeinen klingt so, als würden die Musiker in ihrer eigenen musikalischen Seifenblase herumschweben und sich Null Komma Nichts um alles andere scheren. "Language" könnte ein wenig abgewandelt locker als Score für einen Sci-Fi-Film durchgehen: Es steckt unglaublich viel Tiefe und Atmosphäre in diesem Album. Auf den ersten Blick wirkt es eher minimalistisch -  man hat keine Ahnung, wo man sich hineinstürzt, und dann geht das Intro los und The Contortionist verzaubern den Hörer durchweg auf unerklärliche Art und Weise. (mein powerofmetal.dk-Review hier lesen)


Nun seid ihr dran! Welche sind eure Lieblingsveröffentlichungen des Jahres? Lasst es mich doch in den Kommentaren wissen!

Hinweis: Wer einen allgemeinen Überblick über die besten Releases aus wirklich allen erschienenen Alben von 2014 haben will, den möchte ich gleich zu einigen der führenden (und verdammt ernstzunehmenden) Websites MetalSucksMetal Decent und Metal Injection weiterleiten, die neben den weltbekannten Releases größtenteils viele Underground-Releases in ihren Listen berücksichtigen.