20.05.2014

Album Review | STREAM OF PASSION - A War Of Our Own

Veröffentlichung: 18. April 2014
Genre: Symphonic Metal

Sängerin Marcela Bovio ist einfach überall. Bei MaYaN, bei Epica, bei ReVamp, sie arbeitet eng mit Joost van den Broek zusammen und sie ist oft mit Kamelot aufgetreten. Dabei wusste ich gar nicht, dass sie bereits seit 2005 in der niederländischen Band "Stream Of Passion" singt. Wahrscheinlich denken sich jetzt die meisten "Boah nee, nicht schon wieder so eine Symphonic Metal Band, wie viele gibt es denn noch davon?!" Zugegeben, es gibt verdammt viele Bands in diesem Subgenre. Und fürs ungeschulte Ohr klingen letztendlich alle gleich. Aber hier geht es um Marcela Bovio. Wäre ja schade, wenn sie ständig nur im Hintergrund bleiben würde. Die Frau hat einfach zu viel Talent, um sich auf Backgroundgesang zu beschränken. Und Stream Of Passion sind keine Anfänger.

Erstens haben sie es geschafft, durch eine Crowdfunding-Aktion, ohne Label, ein durch und durch gelungenes Album auf die Beine zu stellen, mit orchestralen Parts und ordentlicher Produktion, die sich so gut wie gar nicht von den Alben der großen Labels unterscheidet. (Nehmen Sie sich ein Beispiel dran, Herr Tolkki ...)
In meinen Ohren klingt "A War Of Our Own" nicht bombastisch oder episch. Es hat etwas, was ganz vielen Bands verloren gegangen ist, nämlich Leidenschaft. Man müsste schon taub sein, um Marcelas Leid und Gefühl im Gesang nicht zu hören. Eigentlich kannte ich sie nur als klassische Sängerin, und ganz ehrlich, mit ihrem Opern-Stil konnte sie mich nicht kriegen, aber mit ihrer schönen Mischstimme und Belting schon. Dabei erinnert sie mich sogar an Anneke van Giersbergen, aber trotzdem nicht zu sehr. Sie ist einfach unglaublich gut und hält lange Töne wie eine Eins, schafft auch relativ hohes Belting, ohne dabei ihre Natürlichkeit zu verlieren.
Die Songs an sich sind nichts Neues, die gängige Struktur, dazu ein wenig Orchester und recht ordentliche Riffs. Gibt ja auch nicht wirklich viel dran zu ändern. Aber Stream Of Passion haben schon einen gewissen Touch, vor allem auf dem aktuellen Album, der sie abhebt. Der zweisprachige Gesang wäre ein Punkt. Marcela ist gebürtige Mexikanerin, weswegen mindestens ein Drittel der Texte auf Spanisch ist. Dies gibt dem ganzen Album einen lateinamerikanischen Touch, den man im Metal so auch nicht wirklich findet. Dazu kommen die einfach immer zum richtigen Moment eingesetzten Klaviersolos und das minimale Orchester, das nichts überdeckt und nur perfekt unterstützt.

Aber was hier irgendwie untergeht oder was den Musikern nicht so gelingt, ist der rohe, nicht zu viel durch Melodie veredelte Metal. Die ganzen guten Ansätze, die sie in Richtung Heaviness haben, gehen auf der Strecke manchmal verloren. Ich weiß auch nicht wirklich, wie sich dieser ganze Stil mit "mehr Metal" vertragen würde, aber bekanntlich ist alles möglich.

Fazit: "A War Of Our Own" ist kein Album, das sofort zuschlägt. Nein, es holt einen ganz langsam ein, nämlich mit den ganzen Kleinigkeiten, die zeigen, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Stream Of Passion ihren Stil perfekt ausgearbeitet haben. Wer weiß, was das nächste Album bringt?
Ich möchte euch trotzdem Songs wie "Exile", "Monster", "Delirio" und "Don't Let Go" ans Herz legen - unglaublich schöne und leidenschaftliche Vocals und eine tolle Umsetzung der Gesamtidee von Stream Of Passion.

Wertung: 6/10
Highlights: Monster, Delirio, Exile

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