22.05.2014

Album Review | IN THIS MOMENT - Blood

Veröffentlichung: 14. August 2014
Genre: Modern Metal

Wurde doch mal wieder Zeit für ein wenig Mordern Metal hier, was? Zugegeben, so viel höre ich das Zeug ja gar nicht ...
In This Moment ist eine der Bands, deren Namen einem ständig ins Auge springt, wenn man sich diese ganzen Ranglisten der besten Female Fronted Metal Bands durchliest. (außer bei mir, lustigerweise!) Dann kommt jedermanns guter Freund Google ins Spiel und siehe da, da steht also Sängerin Maria Brink umgeben von den männlichen Bandmitgliedern und scheint die Kamera sehr zu lieben. Kann die Frau auch was Anderes außer posen?, frage ich mich dann. Und noch mehr: Taugen In This Moment als Band oder sind sie einfach nur überbewertet?
Ich kann euch schon einmal sagen, dass ich die Single "Blood" schon recht lange kenne und sie regelrecht in Dauerschleife gehört habe.
Und ich weiß, was mich davon abgebracht hat, mir mehr vom Album anzuhören: Ich hatte Angst, dass ich dann enttäuscht sein würde, weil die Single so gut ist. Sie zieht einfach unglaublich mit, wie "Stigmata" von Omega Lithium oder "Stardust" von Delain, wegen mir sogar "Colder" von Smash Into Pieces.

"Blood" ist als Ganzes gesehen kein schlechtes Album, auf keinen Fall. In This Moment sind überhaupt eine der originellsten Bands überhaupt, was ihren Sound angeht. Er ist sehr modern, mit mehr Keyboard und synthetischen Instrumenten als mir normalerweise lieb ist, aber mit ordentlichen Gitarren und Drums wird es ausgeglichen. Besonders ist aber wirklich Maria Brinks Gesang. Ihre Stimme ist absolut einzigartig, sehr gefühlsbetont und sie schafft alles von cleanem Gesang, Screaming und allem dazwischen. Zugegeben, ihre Stimme ist anscheinend von Natur aus recht rau und verzerrt, wie es scheint. Ich erwarte nicht von allen, dass sie ihre Stimme mögen.

Nun ist "Blood" zwar ein Metal-Album, (Ich will keine Hater-Kommentare, bitte, das IST ein Metal-Album. Punkt.) aber was mir ganz stark fehlt, sind ein paar Nummern, die nicht auf Teufel komm raus unbedingt wie Hits klingen müssen. Wir wissen alle, dass jedes Album einen oder zwei eingängige Songs braucht, aber hier wird tatsächlich versucht, nur Hits zu schreiben. Eine kleine Pause davon wäre mir wirklich sehr recht. Ein starkes Album wird nicht nur durch Hit-Potenzial definiert. Nicht im Metal.

Trotzdem fehlt es den Songs nicht an ordentlichen Riffs, zumindest die meiste Zeit lang, an der Produktion ist auch nichts zu bemängeln. Und auch, wenn alles auf Eingängigkeit aus ist und die Songs ungefähr den gleichen Aufbau haben: Es wird zumindest recht abwechslungsreich gemacht, von den Intros und der Rhythmik her. Auch die beiden letzten Songs "The Blood Legion" und "11:11" sind etwas geradliniger und genau aus dem Grund so gelungen, weil sie nicht wie ein Chart-Song in drei mickrige Minuten gepresst wurden.
Aber damit wir uns verstehen: Mich haben In This Moment gekriegt. Es ist ein ungewohnter Stil für mich, aber es hat etwas. Das ist eben der Hit-Effekt: Er zieht einfach mit. Wie schon oben genannt.

Fazit: Es gibt auf "Blood" sogar bessere Songs als die erste Single. Aber im Ganzen gesehen ist dieses Album einfach zu überladen, es gibt keine Ballade, keinen Akustik-Part oder sonst irgendetwas, das es ausgleichen könnte. Es geht anscheinend nur höher, weiter, schneller. Und auf Dauer ist das einfach anstrengend. Und der richtig große "Wow"-Effekt ist auch ausgefallen. Zwar gab es schon in jedem Song mal Parts, die mich vom Gesang her beeindruckt haben, aber nur Gesang reicht bekanntlich nicht.
Sorry, In This Moment. Ich glaube echt, dass diese Band es besser schaffen könnte, wenn sie sich ein bisschen von den Regeln lösen würde. Das Potenzial ist da.

Wertung: 6/10
Highlights: Burn, The Blood Legion