08.11.2014

SOUNDCHECK #5: Vanishing Point, All Shall Perish und Periphery

Nach ein paar Enttäuschungen beziehungsweise Wischi-Waschi-"Werken", was Debütalben angeht (man lese meine letzten Reviews für powerofmetal.dk für Erklärungen) und meinem Exkurs in die Djent-Welt (mal wieder) glaube ich, endlich ein paar Konstanten gefunden zu haben, Alben und Bands, die vielleicht länger als ein paar Tage oder Wochen in meiner temporären Spotify-Sammlung bleiben und es vielleicht in meine langfristige Sammlung (sprich CD-Sammlung) schaffen. Das wird sich noch herausstellen, aber ich sehe gute Voraussetzungen bei diesen hier ... Nun, lest am besten selbst.


VANISHING POINT - The Fourth Season
2007
Progressive Melodic Metal

Die erste Band, über die ich sprechen möchte, heißt Vanishing Point, kommt aus Australien und macht seit mehr als zehn Jahren progressive Musik. Ihren Sänger Silvio Massaro habe ich bereits in den Himmel gelobt als einen der einzigartigsten cleanen Sänger des Metal und das zu Recht.
"The Fourth Season" ist vorerst das einzige Album, das ich mehrere Male ganz durchgehört habe, und ich glaube kaum, dass es langweilig werden kann, und ich habe dieses Album oft gehört (sehr oft). Das würde gegen alle physikalischen und chemischen Gesetze dieser Welt verstoßen. "The Fouth Season" geht stellenweise in die Power Metal-Richtung und das Album sprüht nur so vor Energie in allen Formen, sei es durch den originellen Gesang, das melodische Gitarrenspiel oder das Einsetzen von modernen Keyboards. So richtig krass heavy wird es nicht, und das braucht es auch nicht. In erster Linie ist Vanishing Point zwar eine Progressive Metal Band, scheut aber dennoch nicht davor, ihre Musik einfach melodisch und schön zu lassen. Man könnte schon sagen, dass "The Fourth Season" ein Zwischending zwischen "Tangled In Dream" und dem aktuellen Werk "Distant Is The Sun" (welches ich noch ausführlich besprechen werde) ist, was den Stil angeht. Songs wie "Surrender", "Ashen Sky" oder "A Day Of Difference" (achtet da bitte auf den Text!) haben mich bereits beim ersten Anhören gepackt und gehören zu meinen Favoriten.
Fazit: Ich glaube, ich habe tatsächlich eine neue Lieblingsband gefunden. Und lustigerweise sind es fast immer die melodischen Alben, die mich packen. Ich freue mich schon jeden Tag wie eine Blöde, nach Hause zu kommen und dieses Album zu hören.
Wertung: 9/10

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ALL SHALL PERISH - The Price Of Existence
2006
Deathcore

Es ist interessant, dass ich, obwohl ich letzten Sommer eine recht schlimme All Shall Perish-Phase hatte und ihr letztes Album nach wie vor zu meinen Allzeit-Favoriten zählt, ich mir nie zweites Werk "The Price Of Existence" angehört habe. Dabei komme ich ausgerechnet bei dieser Band noch relativ gut hin mit dem CDs Sammeln, und genau dieses Album fehlt noch in der Sammlung. Da hatte ich also mal wieder ein bisschen Zeit und habe mich diesem, nun, gewöhnungsbedürftigen Album gewidmet.
All Shall Perish ist eine Band, bei der man eine ganz klare Entwicklung zum Besseren von jedem Album zum nächsten verzeichnen kann. Ihr Debüt "Hate. Malice. Revenge." ist wahrscheinlich das härteste Album, das ich besitze (danke, beste Freundin) und das hebe ich mir für die ganz schlimmen Tage auf. "The Price Of Exitence" ist der Nachfolger und das erste Album mit Sänger Eddie Hermida, welchen ich klar bevorzuge. Man merkt auch, dass die Musik verglichen mit dem Debüt relativ melodisch geworden ist, was Tracks wie "Greyson" beweisen. Beim wirklich anspruchsvollen Stil der Amerikaner sind die besagten noch nicht angekommen, größtenteils bestehen die Songs nach wie vor aus Pigsqueels und Breakdowns, aber das ist ok. Solange es gut gemacht ist, und das ist es, kann man sich "The Price Of Existence" schon das eine oder andere Mal antun.
Fazit: Ich werde mich jetzt wiederholen. Kids, wollt ihr eure Eltern erschrecken? Dann legt dieses Album auf und hört es in voller Lautstärke. Das wirkt.
Wertung: 7/10

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PERIPHERY - Clear EP
2014
Progressive Metal/Djent

Zugegeben, aus der Djent-Ecke bin ich noch nicht herausgekommen. Es ist aber auch schwierig, wenn man eine so gute Band wie Periphery entdeckt und sich selbst dabei erwischt, wie man tagelang immer und immer wieder die gleichen Songs hört, weil man nicht genug kriegt. Periphery sind ganz klar eine Band, die immer wieder für Überraschungen sorgt und dabei ihrem Stil treu bleibt. Kleine Veränderungen hier und da machen ihre Songs abwechslungsreich. Die "Clear"-EP ist ihre letzte Veröffentlichung, bevor sie nächstes Jahr im Januar mit einem Doppelalbum zurückkehren.
Es ist so erstaunlich, wie Periphery unzählige Einflüsse auf eine einzige, 30-minütige EP packen konnten, ohne übertrieben zu klingen. Die Basis bleibt Progressive Metal, während "Das Drumherum" von elektronischem Geklimper, Disko-Groove und poppig klingendem Gesang bis zu jazzigem Klavierspiel, Hardcore-Shouts und natürlich Djent bis zum Umfallen.
Fazit: "Clear" klingt vollendet und doch wirkt es fast so, als würden Periphery gerade einmal an der Oberfläche kratzen. Ein Doppelalbum scheint da nur angemessen zu sein, um so viele Ideen und Einflüsse unter einen Hut zu bringen.
Wertung: 9/10

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